News

30.08.2020

In Biel musste die Polizei am Donnerstag, 27. August 2020, wegen eines jungen Fuchses ausr√ľcken. Dieser hatte offenbar die Orientierung verloren und drehte sich nonstop im Kreis. Das Tier wurde von der Polizei eingefangen und nach R√ľcksprache mit dem Wildh√ľter von seinem Leiden¬†erl√∂st.¬†

Die traurige Szene spielt sich direkt neben einer viel befahrenen Strasse ab. Die Annahme liegt deshalb nahe, dass der Fuchs, der sonst gesund aussieht, wohl von einem Auto angefahren wurde und einen Schlag auf den Kopf erhalten hat. Das kann eine Schädigung des Gleichgewichtssinns zur Folge haben. 

Wenn man einem verletzten oder kranken Wildtier begegnet, sollte man nicht selber dem Tier zu helfen versuchen. Verletzte Tiere k√∂nnen gef√§hrlich werden. Am besten ruft man der Polizei oder dem Wildh√ľter an, die daf√ľr ausgebildet sind, mit Wildtieren umzugehen und falls n√∂tig, das Tier beh√§ndigen oder¬†t√∂ten k√∂nnen.¬†

Link zum Artikel im 20 minuten.

Wespennest ¬© Cornelia H√ľrzeler / stadtwildtiere.ch
21.08.2020

Es ist jeden Sommer das Gleiche: Sobald man draussen zu essen beginnen will, sind die Wespen sofort zur Stelle. Dieses Jahr sind die Wespen deutlich h√§ufiger anzutreffen als im Jahr zuvor. Dies hat damit zu tun, dass dieses Fr√ľhjahr besonders sonnig und trocken war, so dass die Wespenk√∂niginnen fast einen Monat fr√ľher als sonst aus ihrer Winterstarre erwachten. Diese guten Bedingungen f√ľhrten auch dazu, dass die Larven und die geschl√ľpften Arbeiterinnen ausreichend Nahrung fanden. Trotz der vielen Wespen kann man jedoch noch nicht von einer Plage sprechen.¬†

Wespen sind l√§stig, aber eigentlich sehr n√ľtzlich

Von den neun Faltenwespenarten in der Schweiz werden nur zwei Arten, die Gemeine und die Deutsche Wespe, von Essen und S√ľssgetr√§nken angelockt, die anderen sind relativ friedlich.¬†
Generell stechen auch die Gemeine und die Deutsche Wespe nur, wenn man sie dr√ľckt, festh√§lt oder sich, und dies gilt bei allen Wespenarten, ihrem Nest zu stark n√§hert oder dieses ersch√ľttert.¬†
Wespen sind eigentlich √§ussert geschickte J√§ger, die ihre Brut mit erbeuteten Insekten versorgen. Dazu geh√∂ren Spinnen, verschiedene Fliegenarten, Raupen, Heuschrecken, andere Hautfl√ľgler. Grosse V√∂lker erbeuten bis zu 500 Gramm Insekten pro Tag und sind so nat√ľrliche Sch√§dlingsbek√§mpfer.

Was tun, wenn die Wespen beim Essen stören

-    Ruhig bleiben, nicht herumfuchtlen. 
-¬†¬† ¬†Schwirren nur einzelne Wespen am Tisch herum, so sind ein paar Spritzer Wasser das einfachste Mittel dagegen. Mit einer einfachen Spritzflasche lassen sich die Wespen gezielt vertreiben. Diese m√∂gen es n√§mlich nicht, wenn es, wenn auch nur k√ľnstlich, regnet und verschwinden. ¬†
-    Speisen und Getränke im Freien abdecken und Speisereste sofort wegräumen. 
-¬†¬† ¬†Getrockneten Kaffeesatz in feuerfester Schale anz√ľnden. Dieser glimmt lediglich und der Qualm kann die Wespen abschrecken.¬†

Mehr Infos:¬†Z√ľrcher Sch√§dlingspr√§ventation
 

© Sina Plenker / wildenachbarn.de
20.08.2020

Fuchs, Kaninchen oder Dachs: Viele Menschen erfreuen sich an Wildtieren in ihrer Umgebung. Doch Wildtiere halten sich nicht immer an die Regeln und Vorstellungen ihrer menschlichen Nachbarinnen und Nachbarn, wodurch Konflikte programmiert sind. Geva Peerenboom, Fanny Betge, und Prof. Dr. Ilse Storch von der Professur f√ľr Wildtier√∂kologie und Wildtiermanagement der Universit√§t Freiburg haben gemeinsam mit Dr. Christof Janko vom Ministerium f√ľr L√§ndlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-W√ľrttemberg deshalb das Handbuch ‚ÄěWildtiermanagement im Siedlungsraum‚Äú erarbeitet. Dieses soll als Leitfaden f√ľr Personen, die sich mit dem Thema befassen, sowie Beh√∂rden in Stadt- und Landkreisen sowie Kommunen Baden-W√ľrttembergs dienen, um konfliktreichen Situationen zwischen Menschen und Tieren vorzubeugen oder diese abzumildern.

‚ÄěIn allen Gemeinden Baden-W√ľrttembergs machen Menschen direkte Erfahrungen mit Wildtieren, die allerdings nicht immer den Erwartungen entsprechen‚Äú, erkl√§rt Peerenboom. Oft habe das Zusammentreffen von Mensch und Wildtier im Siedlungsraum negative Auswirkungen, seien es √∂konomische, psychologische oder gesundheitliche: Wildtiere k√∂nnen Sch√§den an menschlichem Eigentum verursachen, wie das Wildschwein im Garten, die Nachtruhe der Menschen st√∂ren, wie der Marder im Dachstuhl, oder Krankheiten wie den Kleinen Fuchsbandwurm √ľbertragen. ‚ÄěUnd Menschen k√∂nnen, meist aus Unkenntnis, bei Wildtieren vermeidbare Leiden verursachen‚Äú, sagt die Freiburger Wissenschaftlerin. ‚ÄěGleichzeitig erleben viele Menschen Wildtiere im Siedlungsraum als bereicherndes Naturerlebnis und erfreuen sich an den Tieren. Eine Vielfalt an Tierarten in urbanen Gebieten ist gesellschaftlich gewollt.‚Äú

Deshalb f√∂rderte das Ministerium f√ľr L√§ndlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-W√ľrttemberg von 2010 bis 2020 das Projekt ‚ÄěWildtiere im Siedlungsraum Baden-W√ľrttembergs‚Äú der Albert-Ludwigs-Universit√§t.¬†

Link zum Handbuch

Link zur Medienmitteilung

© Philipp Taxböck
14.08.2020

Die Anwesenheit der Biber in der Stadt Z√ľrich kann kaum mehr √ľbersehen werden. Auf der Meldeplattform stadtwildtiere.ch sind mehrere Biber-Beobachtungen von der Werdinsel, flussaufw√§rts an der Limmat und im Schanzengraben gemeldet worden. Um wandernden Jungbibern den Zugang zur Sihl zu erleichtern hat Pro Natura mit der Aktion Biber & Co. beim Sihlh√∂lzli eine Biberrampe gebaut. Die Rampe hilft den Bibern dabei die Schwelle beim Sihlh√∂lzli, sonst ein schier un√ľberwindbares Hindernis, sicher zu √ľberqueren. Um solche Wehre zu umgehen suchen sich Biber normalerweise einen Umweg, wobei sie √ľber viele hundert Meter den vielf√§ltigsten Gefahren des Verkehrs ausgesetzt sind. Der Strassenverkehr ist n√§mlich die h√§ufigste Todesursache f√ľr Biber.

04.08.2020

Im hinteren Albulatal konnte durch die Wildhut anfangs August ein neues Wolfsrudel mit mindestens sechs Welpen best√§tigt werden, wie das Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden mitteilte. Mit diesem neuen Wolfsrudel sind es jetzt sieben Wolfsrudel, welche mehrheitlich auf B√ľndner Boden beheimatet sind.

Bereits Ende Juli gab das¬†Amt f√ľr Jagd und Fischerei des Kantons Graub√ľnden die Bildung eines weiteres Rudels bekannt, und zwar¬†im Einzugsgebiet des Vorderrheins. Dieses Rudel erhielt die Bezeichnung Stagias-Rudel. Die erste Best√§tigung stammt aus der N√§he von Sedrun.

Die grosse Wolfspr√§senz rund um Sedrun und Disentis hatte schon l√§nger darauf hingedeutet, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden w√ľrde. Nun hat sich diese Vermutung best√§tigt. Bis jetzt konnten drei Jungtiere beobachtet werden. Das Revier des neuen Rudels umfasst das Gebiet Sursassiala. Es erstreckt sich √ľber die Gemeindegebiete Tujetsch, Disentis/Muster und Medel (Lucmagn).

Weitere Informationen zu den sieben Rudeln auf B√ľndner Boden.

Ein Stadtfuchs © Marco Peter / wildenachbarn.ch
13.07.2020

Dass F√ľchse in vielen St√§dten weit verbreitet sind und teilweise h√∂here Populationsdichten ausweisen als ihre Artgenossen auf dem Land, ist mittlerweile weitgehend bekannt.

Eine k√ľrzlich ver√∂ffentlichte Studie aus England berichtet jedoch Erstaunliches √ľber die Stadtf√ľchse Londons. Die Forscher untersuchten, wie sich das Stadtleben auf die Anatomie der F√ľchse ausgewirkt hat. Tats√§chlich weisen¬†Stadtf√ľchse, verglichen mit ihren Nachbarn aus der l√§ndlichen Umgebung Londons, k√ľrzere Schnauzen und kleinere Hirnschalen auf.
Dies sind Merkmale, wie sie √§hnlich auch bei domestizierten Tieren auftreten. ¬ęEs scheint fast so, als ob die Stadtf√ľchse den Weg der Selbstdomestikation eingeschlagen haben¬Ľ, sagt Madeleine Geiger vom Projekt StadtWildTiere. F√ľchse in der Stadt suchen oft in der N√§he der Menschen nach Nahrung. Die verk√ľrzte Schnauze k√∂nnte dabei Vorteile bei der Nahrungsbeschaffung bringen. Der k√ľrzere Kiefer erlaubt es, st√§rker zu zubeissen. Dies k√∂nnte hilfreich sein, um an Essensresten in Verpackungen oder Plastiks√§cken zu gelangen. ¬†

Die Publikation finden Sie hier. 
 

Der Fotonachweis der Europäischen Ginsterkatze in einem Wald in der Nähe der Stadt Genf (© J. Pesaresi)
15.06.2020

Erstmals wurde die Europäische Ginsterkatze (Genetta genetta) in der Schweiz nachgewiesen. Das Tier, welches vermutlich von selbst in die Schweiz eingewandert ist, tappte in der Nähe von Genf in eine Fotofalle. 
Das urspr√ľngliche Verbreitungsgebiet dieser Ginsterkatzenart ist der Kontinent Afrika, jedoch ist sie auch auf der Iberischen Halbinsel und den Balearen zu finden. Wahrscheinlich wurde sie dort vor √ľber 3000 Jahren eingef√ľhrt. Lange Zeit blieb die Ginsterkatze in diesen Gebieten, breitete sich jedoch in den letzten Jahrzehnten weiter nach S√ľdfrankreich aus. Nun scheint es, als ob die Europ√§ische Ginsterkatze weiter gegen Norden wandert und bald vermehrt in der Schweiz gesichtet werden k√∂nnte. ¬†

Hier können Sie sich die Kamerafallenvideos dazu anschauen. 

Quelle: Pesaresi J. und Ruedi M. 2020. First Record of a presumed wild common genet (Genetta genetta) in Switzerland. Revue Suisse de Zoologie 127(1): 101-104.

10.06.2020

Die Ausstellung "StadtWildTiere - unsere wilden Nachbarn" ist ein Projekt von Umweltschutz Stadt Luzern, stadtwildtiere.ch, Ornithologische Gesellschaft Luzern, WWF Luzern, Pro Natura Luzern, BirdLife Luzern und Natur-Museum Luzern. 

Ausstellungszeitraum: 9. Juni 2020 bis 11. April 2021

Vernissage: 4. Juli, 18 Uhr
(Anmeldung erforderlich unter 041 228 54 11 oder naturmuseum@lu.ch)

Nicht nur Menschen leben in der Stadt. G√§rten, Mauerritzen, Kanalsch√§chte, Baumkronen, Flachd√§cher, aber auch ungen√ľgend gesicherte Abf√§lle bieten eine F√ľlle von g√ľnstigen Lebensraumbedingungen f√ľr eine Vielzahl von Wildtieren. Diese haben in der Stadt eine zweite Heimat gefunden. Die Ausstellung zeigt, wer sich in unseren G√§rten und auf den D√§chern tummelt. Sie sensibilisiert f√ľr die Bed√ľrfnisse und zeigt auf, wie das Zusammenleben mit unseren wilden Mitbewohnern funktionieren kann.

Gleichzeitig ist im Natur-Museum Luzern eine grosse, eindr√ľckliche Zauneidechsen-Ausstellung zu besichtigen. Ein Besuch des Natur-Museums Luzern lohnt sich also auf jeden Fall.

10.06.2020

Dass orange Weidez√§une f√ľr Wildtiere gef√§hrlich werden k√∂nnen, ist gut nachvollziehbar. Diese Zaunsysteme funktionieren wie Fallen. Wildtiere k√∂nnen sich darin verheddern und dann nicht mehr selber befreien. So schreibt etwa das Igelzentrum Z√ľrich, welches immer wieder Meldungen erh√§lt von Igeln, die in solchen Z√§unen zu Tode kommen, dass die Z√§une, sobald sie nicht mehr gebraucht werden, umgehend wegzur√§umen sind.¬†

Im Sommer 2018 z√§unte ein Landwirt sein Wiesland f√ľr seine Schafe mit einem rund einen Meter hohen Weidenetz ein. Nach dem Abweiden blieb der Zaun entlang des Waldrandes mehrere Wochen stehen, obwohl keine Schafe mehr auf die Wiese gelassen wurden.¬†

Ein Wildh√ľter entdeckte Mitte Oktober den Kadaver einer erwachsenen Rehgeiss. Das Wildtier hatte sich laut Anklageschrift im Netz verheddert, einen Teil des Zauns in den Wald gerissen und sich in den Maschen selbst stranguliert. Das Kreisgericht Wil verurteilte den Landwirt im Mai 2019 wegen fahrl√§ssiger Tierqu√§lerei. Der Landwirt hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Die Verhandlung des Falls fand am vergangenen Montag statt. Das Urteil wird vom Kantonsgericht St. Gallen schriftlich bekannt geben.

In St.Gallen wird zurzeit die Volksinitiative "Stopp dem Tierleid - gegen Z√§une als Todesfallen f√ľr Wildtiere" h√§ngig. Die Initiative, eingereicht von RevierJagd¬†St.Gallen, Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF St.Gallen, wurde am letzten Dienstag vom Kantonsrat abgelehnt, der vom Regierungsrat einen Gegenvorschlag verlangt.¬†

Mehr dazu im Artikel der Tierwelt.

02.06.2020


Biberdamm bei Seuzach im März 2019 (© Cornelia Caviezel / wildenachbarn.ch)

Biber breiten sich weiter im Kanton Z√ľrich aus. Wenn junge Biber erwachsen sind, m√ľssen sie aus dem elterlichen Territorium abwandern und suchen dann geeignete Gebiete f√ľr ein eigenes Territorium.¬†Die Biberbest√§nde werden im Kanton Z√ľrich alle drei Jahre erhoben. Beim letzten¬†Monitoring¬†im Winter 2016/17 wurde der Bestand auf 394 Biber in 106 Revieren gesch√§tzt. Aktuell d√ľrften es 450 bis 500 Biber sein. Die Biberfachstelle im Kanton Z√ľrich¬†f√ľhrt 2019/2020 wieder eine Biberz√§hlung durch, zusammen mit Freiwilligen und Unterst√ľtzung von WWF und Pro Natura.¬†

Rund um Winterthur gibt es einige Sichtungen in den letzten Jahren. Neu ist, dass Biber auf Gemeindeboden von Winterthur beobachtet wurden, wie der Landbote am 29. Mai 2020 berichtet hat. 

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