Erstmals Analyse von Wiener Fuchsbeobachtungen veröffentlicht

Ende November konnte im wissenschaftlichen Journal "BMC Ecology" eine Analyse von Wiener Fuchsbeobachtungen veröffentlicht werden. Diese brachte neue Ergebnisse in Bezug auf das Aufeinandertreffen von Füchsen und Menschen in einer Millionenstadt. Wir freuen uns über die Veröffentlichung und bedanken uns bei allen MelderInnen!

Ende Mai 2015 startete das Projekt StadtWildTiere in Wien mit dem Aufruf Fuchsbeobachtungen zu melden. Viele Menschen beteiligten sich und schon bald wurde klar: Füchse gibt es in Wien fast überall. Wir bedanken uns bei allen Melderinnen und Meldern, die uns so tatkräftig unterstützt haben - ohne Sie wäre dieses Projekt nicht möglich!

Über 1100 Fuchsbeobachtungen aus der Wiener Bevölkerung analysierte ein Forschungsteam rund um die Wildtierökologin Theresa Walter im Rahmen des Citizen Science Projektes StadtWildTiere (www.stadtwildtiere.at). Gemeinsam konnten darin Forscher der Vetmeduni Wien und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) zeigen, dass Füchse bestimmte Grätzel und Umgebungen bevorzugen. Es stellte sich auch heraus, dass die Meldung von Fuchsbeobachtungen mit dem Ausbildungsgrad der Bevölkerung zusammenhing. Diese Studie wurde nun im Journal "BMC Ecology" veröffentlicht.

Städte bestehen für Wildtiere aus einem Mosaik von Landnutzungsklassen wie etwa Parks , Gärten und Straßen, die sich oftmals hinsichtlich ihres Anteils an Grünflächen aber auch hinsichtlich ihrer Nutzung durch Menschen stark unterscheiden. Die Analyse der Beobachtungen zeigte: in Gärten, Gebieten mit geringer Bebauungsdichte, Parks oder auf Plätzen waren die Wahrscheinlichkeiten für die Begegnung mit Füchsen wesentlich höher als in landwirtschaftlichen Gebieten, Industriegebieten oder Wäldern.

Da für Beobachtungen immer das Aufeinandertreffen von Wildtier und Mensch notwendig ist, wollten die Forschenden auch die menschliche Seite der Beobachtungen unter die Lupe nehmen. Im Rahmen der Analyse von soziodemographische Kennzahlen der Wiener Bevölkerung zeigte sich, dass unter anderem der Ausbildungsgrad der Bevölkerung einen Einfluss auf die Meldung von Fuchsbeobachtungen hatte. Umso mehr Menschen mit höherer Ausbildung in einem Bezirk lebten, umso mehr Fuchsbeobachtungen wurden gemeldet. Dieses Ergebnis ist für viele Citizen Science Projekte relevant, vor allem wenn Forschende verstehen wollen, wie Beobachtungsdaten entstehen und welchen räumlichen Einfluss soziodemographische Faktoren auf die Verteilung der analysierten Meldungen haben.

Die Originalpublikation kann hier nachgelesen werden: https://bmcecol.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12898-018-0207-7