Biber

Deutsch
Castor fiber

Größtes einheimisches Nagetier, vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Hinterlässt durch seine ausgeprägte Nage- und Bautätigkeit auffällige Spuren: Biberburgen, Dämme, kegelförmig abgenagte Baumstämme und Äste mit deutlichen Kerben der kräftigen Nagezähne. Die Biberburg besteht aus aufgeschichteten Ästen, abgedichtet mit Schlamm, Erde, Schilf und Gräsern; bis 1,5 m hoch. Mehrere Kammern ( Schlaf-, Brutkammern ), mehrere Zugänge, die unter Wasser münden. Auch Erdbaue am Ufer sind möglich, deren Ein- und Ausgänge ebenfalls unter Wasser münden. Nahrung rein pflanzlich: Rinde, dünne Zweige, Wurzeln, Blätter. Biber leben territorial in Kolonien von einem Paar und dessen Nachkommen bis zum Alter von 3 Jahren. Alter: bis 30 Jahre.

Erkennungsmerkmale: 
Grau bis dunkelbraun, Bauch heller. Schwanz ( «Kelle» ) platt, mit Schuppen bedeckt. Hinterfüße mit Schwimmhäuten.
Lebensraum: 
Stets in Wassernähe. Uferbereiche, Flussauen mit Wald.
Feuchtgebiet
Gewässer
Maße: 

Kopf-Rumpf-Länge 83 – 100 cm, Schwanz 30 – 38 cm lang, Gewicht bis 35 kg.

DB_ID: 
504 020 101
In der Schweiz wurde der Biber sehr erfolgreich wiederangesiedelt. Seit 1962 sind die Biber und ihre Lebensräume geschützt.

Bisamratten (0,5-2,5 kg) sehen auf den ersten Blick wie kleine Biber aus. Auch die Nutria oder Biberratte, mit 5-10 kg nur wenig kleiner als ein Biber, breitet sich in Mitteleuropa weiter aus. Beide Arten stammen aus Amerika und fällen keine Bäume.

Biberfamilie lebt in und an der Glatt an der Stadtgrenze zu Wallisellen. Einzelnachweis im Sihlhölzli.

Ans Leben im Wasser angepasst
Biber halten sich vor allem im Wasser und im Uferbereich ihrer Heimgewässer auf. Die großen Nager sind meistens dämmerungs- und nachtaktiv. Ein lichtstarkes Fernglas oder ein Nachtsichtgerät können für Beobachtungen nützlich sein. Auffälligstes Zeichen für anwesende Biber sind im typischen Muster angenagte Bäume und Äste entlang des Ufers. Achten Sie auch auf die typischen Abdrücke der Pfoten im feuchten Sand oder Schlamm. Bei uns wohnen Biber in Erdbauen oder Biberburgen, deren Eingänge unter Wasser liegen.
 

Mehr Raum für naturnahe Gewässer

Biber nutzen entlang der Gewässer in der Regel Uferstreifen von 10 - 20m Breite. In diesen Streifen bevorzugen sie Weichhölzer wie Weiden oder Pappeln als Nahrung. Fördert man also den natürlichen Lebensraum des Bibers, erreicht man gleich mehrere Ziele: Der Nager findet genügend Nahrung im Uferbereich und braucht sich nicht in Äckern und Obstgärten der Bauern zu bedienen. Zugleich gestaltet er als Baumeister ein nischenreiches Feuchtgebiet, das wiederum Lebensraum für viele andere Tier- und Pflanzenarten bietet.

Im Wildnispark Langenberg gibt es beim Besucherzentrum Sihlwald eine Biberanlage.

© C. Kistler / swild.ch

Ebenso können Biber im Tierpark Dählhölzli beobachtet werden.

Biber, Wolf und Wachtelkönig – 23 Wildtiere des Smaragd-Programms. Autor: Hansjakob Baumgartner. Haupt Verlag, Bern 2007: S. 84-97.

Schatzkammer Natur –  Von der Vielfalt heimischer Arten“, Museum Mensch und Natur & Hofpfisterei München (Hrsg.), Verlag: oekom, München 2009: S. 72-76.

Gefahren: 
  • Verkehr: Viele Biber müssen auf ihrer Wanderschaft das Gewässer verlassen und Straßen überqueren, entweder weil die natürlich Verbindung zwischen Gewässern fehlt oder der weiterführende Weg im Gewässer selbst verbaut ist (z.B. durch Kraftwerke oder Schwellen).

  • Fischreusen: Vor allem für junge Biber stellen Fischreusen eine große Gefahr und häufige Todesursache dar, da sie sich in ihnen verfangen und folglich ertrinken können.

Abgenagter Baumstamm mit typischen Biber-Nagespuren (© C. Kistler / swild.ch)

In Wien besiedeln die Biber mittlerweile alle großen Gewässer: z.B. die Alte Donau, Pratergewässer, den Donaukanal, die Liesing und den Wienfluss.

 

In der Schweiz: verschiedene Biberlehrpfade entlang von Gewässern, welche von Bibern besiedelt sind (Biberlehrpfade der WWF-Sektionen ZürichThurgau und St.Gallen).

 

Aktivitätszeit: 
Ganzjährig aktiv, im Winter jedoch wochenlang im Bau oder in der Burg. Besonders aktiv in frühen Morgen- oder späten Abendstunden.
In Wien leben im Jahr 2015 ca. 230 Biber außerhalb des Nationalparks Donau-Auen, vorwiegend entlang der großen Gewässerzüge.

Informationen des Forstamtes der Stadt Wien (MA 49) zum Biber in der Großstadt finden Sie hier.

 

Weiterführende Informationen der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) zum Biber in Wien finden Sie hier.

 

Biber Beobachten können Sie z.B. im Bibergehege in der Oberen Lobau.

 

Handbuch für Biberkartierer, von der Universität für Bodenkultur Wien.

 

In der Schweiz, Infoseite der Biberfachstelle mit vielen Informationen und Hinweisen, wie Konflikte angegangen werden können hier.

Konflikte zwischen Biber und Mensch

Der Biber ist eigenwillig und will seinen Lebensraum selber gestalten. In der von uns Menschen stark genutzten Landschaft kommt es daher immer wieder zu Konflikten.

  • Landwirtschaft: Steht dem Biber zu wenig Nahrung in Form von natürlicher Vegetation zur Verfügung, lässt er sich zum Ärger vieler Bauern Ackerfrüchte (Mais, Zuckerrüben) und das Holz von Obstbäumen schmecken.

  • Straßen und Uferdämme: Straßen in Ufernähe und Dämme können einstürzen, wenn der Biber seinen Bau bis unter diese Bauwerke gräbt.

  • Vernässung: Überall da wo der Biber staut, werden die angrenzenden Flächen unter Wasser gesetzt. Das können Wald- oder Ackerflächen aber auch Bereiche im Siedlungsraum sein.

  • Baumfäller: Im Siedlungsgebiet ist das Fällen von Bäumen meistens unerwünscht, besonders wenn nur schmale Ufergehölzstreifen vorhanden sind. Zudem könnten Fußgänger durch angenagte Bäume gefährdet werden. Ein mechanischer Schutz durch Drahtgitter oder Schutzanstriche (ungiftige, quarzhaltige Anstriche) hindert den Biber am Baumfällen.

Im Westen (Spree, Havel, Tegeler See) und Osten (Seddinsee, Müggelspree, Dahme) des Berliner Stadtgebietes.
Deutschland: gefährdet. Berlin: Vom Aussterben bedroht
In Österreich wurde der Biber sehr erfolgreich wiederangesiedelt.

Weitere Informationen zum Biber finden Sie auch auf wildtiere-bw.de

Jürg Paul Müller, Hannes Jenny, Miriam Lutz, Erich Mühlethaler, Thomas Briner. 2010. Die Säugetiere Graubündens – eine Übersicht. Desertina Verlag.