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18.01.2021

Igel leben auf dem Lande und in grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten. Da Igel-BestĂ€nde besonders in lĂ€ndlichen Regionen kontinuierlich abnehmen, leben viele Igel inzwischen in StĂ€dten. Um diese BestĂ€nde effizient zu schĂŒtzen, mĂŒssen die Anpassungsstrategien (und deren Grenzen) der Igel an menschlich dominierte LebensrĂ€ume besser verstanden werden. Die von Dr. Anne Berger vom Leibniz-Institut fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) mit herausgegebene Spezialausgabe zur angewandten Naturschutzforschung bei Igeln („applied hedgehog conservation research“) der Fachzeitschrift „Animals“ schließt einen Teil dieser ForschungslĂŒcke. Ein darin veröffentlichtes neues Forschungsergebnis: Trotz erheblicher Barrieren im Stadtbild wie Straßen oder GewĂ€sser schaffen es die wenig mobilen Igel, in Berlin eine gemeinsame genetische Population zu erhalten. FĂŒr den Genfluss und damit fĂŒr die WiderstandsfĂ€higkeit der lokalen IgelbestĂ€nde seien sowohl GrĂŒnflĂ€chen und grĂŒne Korridore als auch Umsetzungen der Igel durch den Menschen verantwortlich, so das Fazit.

Hier geht's zur Pressemitteilung des Leibniz-IZW zum Thema mit mehr Informationen.

 

-  Barthel LMF, Werner D, Schmidt A, Berger A, Hofer H, Fickel J (2020): Unexpected gene-flow in urban environments: The example of the European Hedgehog. Animals, 10(12), 2315; https://doi.org/10.3390/ani10122315
 -  Berger A, Lozano B, Barthel LMF, Schubert N (2020): Moving in the dark - evidence for an influence of artificial light at night on the movement behaviour of European hedgehogs. Animals, 10(8), 1306; https://doi.org/10.3390/ani10081306
 -  Berger A, Barthel LMF, Rast W, Hofer H, Gras P (2020): Urban hedgehog behavioural responses to temporary habitat disturbance versus permanent fragmentation. Animals, 10(11), 2109. https://doi.org/10.3390/ani10112109

In:
Berger A, Reeve N (eds.) (2020): Applied hedgehog conservation research. A special issue of “Animals”. https://www.mdpi.com/journal/animals/special_issues/hedgehogs

 

 
Kernbeisser, Toby M. Schreier
09.01.2021

Haben Sie auch eine Pause von alle den Corona-Meldungen nötig? Da können wir Ihnen den Kurs "Vögel zeichnen: Federn auf Papier" empfehlen, in welchem Sie lernen, wie Sie Ihre Beobachtungen aus Ihrem Garten, von Ihren Feldexkursionen oder aus dem Museum in genaue Feldskizzen und schöne fertige Zeichnungen umsetzen können.

In diesem Kurs können Sie die Grundlagen des Beobachtungszeichnens erlernen und einen tieferen Einblick in die Vogelanatomie aus der Perspektive eines KĂŒnstlers erhalten. Sie werden sich auch damit befassen, wie die Bewegung, der Charakter und die Farbe dieser funkelnden Edelsteine der Natur eingefangen werden können.

4, dreistĂŒndige Lektionen
Alter: ab 12 Jahren – Kosten: CHF 350-; Material inbegriffen; 4 Teilnehmer

Toby M. Schreier, KĂŒnstler und Printmaker

M. KĂŒmmerlen / stadtwildtiere.ch
28.12.2020

Die Natur beeinflusst das menschliche Wohlbefinden auf vielfĂ€ltige Weise. Allerdings wurde der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und menschlichem Wohlbefinden bisher wenig erforscht. In der Studie des Teams um den Doktoranden Joel Methorst vom Senckenberg-Forschungszentrum fĂŒr BiodiversitĂ€t und Klima wurde der Zusammenhang zwischen Artenvielfalt und menschlichem Wohlbefinden auf europĂ€ischer Ebene untersucht. Das Forschungsteam verknĂŒpfte sozioökonomische Daten von mehr als 26.000 BĂŒrgern aus 26 europĂ€ischen LĂ€ndern mit Daten zu Artenvielfalt und Landschaftsmerkmalen. 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Artenvielfalt an Vögeln in ganz Europa positiv mit der Lebenszufriedenheit der Bevölkerung zusammenhĂ€ngt. Dabei war der positive Effekt sehr stark und in Ă€hnlicher GrĂ¶ĂŸenordnung wie der des Einkommens. Als mögliche GrĂŒnde fĂŒr den positiven Effekt nennen die Autoren das direkte Erleben der Vögel, aber auch die vielfĂ€ltigen Landschaften, die sowohl die Vogelvielfalt als auch das Wohlbefinden der Menschen fördern. 

Basierend auf diesen Ergebnissen argumentieren die Autoren und Autorinnen der Studie, dass Managementmaßnahmen zum Schutz der Vögel und der Landschaften, die Vögeln geeigneten Lebensraum bieten, den Menschen zugute kommen.

 

Originalpublikation:
Methorst J., Rehdanz K., Mueller T., HansjĂŒrgens B., Bonn A., Bohning-Gaese K.. (2020): The importance of species diversity for human well-being in Europe. Ecological Economics. 
DOI: 10.1016/j.ecolecon.2020.106917
 

© Cornelia HĂŒrzeler / stadtwildtiere.ch
23.12.2020

Wir suchen zwei Erfahrungspraktikant*innen, 80-100 %

 

Ihre Aufgaben

  • Mitarbeit in Citizen Science-Projekten im Rahmen der Meldeplattformen stadtwildtiere.ch und wildenachbarn.ch
  • UnterstĂŒtzung des Teams bei der Umsetzung des Relaunchs der Meldeplattformen
  • Mithilfe bei verschiedenen Projekten in den Bereichen Wildtiermanagement, Naturschutz, Stadtökologie und Kommunikation
  • Diverse Feldarbeiten im Siedlungsgebiet sowie in Feld und Wald
  • UnterstĂŒtzung im BĂŒro, Management, Datenerfassung, Datenaufbereitung

 

Start: Januar 2021 oder nach Vereinbarung

Bewerbungen bis am 15. Januar 2021 gemÀss Ausschreibung.

Weitere Infos in der Ausschreibung

© Hedwig Spielmann / stadtwildtiere.ch
23.12.2020

Wir suchen zwei Praktikant*innen, 80-100 %

 

Ihre Aufgaben

  • Mitarbeit in Citizen Science-Projekten, mit einem Schwerpunkt bei SĂ€ugetieren und Schmetterlingen / Wildbienen, im Rahmen der Meldeplattformen stadtwildtiere.ch und wildenachbarn.ch
  • Zusammenarbeit mit Freiwilligen, Schulklassen und Lehrpersonen
  • Mithilfe bei verschiedenen Projekten in den Bereichen Wildtiermanagement, Naturschutz, Stadtökologie und Kommunikation
  • Diverse Feldarbeiten im Siedlungsgebiet sowie in Feld und Wald
  • UnterstĂŒtzung im BĂŒro, Management, Datenerfassung, Datenaufbereitung

 

Start: MÀrz 2021 oder nach Vereinbarung

Bewerbungen bis am 15. Januar 2021 gemÀss Ausschreibung.

Weitere Infos in der Ausschreibung

© Andres Eraso / nosvoisinssauvages.ch
23.12.2020

Sind Sie interessiert an Wildtieren und der aktuellen Wildtierforschung in der Schweiz und in Europa? Dann können wir Ihnen dass CH-Wildinfo von Wildtier Schweiz empfehlen. Das wildtierbiologische Mitteilungsblatt mit News rund um Wildtiere und deren LebensrÀume erscheint 6 mal im Jahr in deutscher und französischer Sprache und wird elektronisch verteilt. 

CH-Wildinfo, wildtierbiologisches Mitteilungsblatt: 

  • Wildtierbiologische AktivitĂ€ten, Kurse und AnlĂ€sse
  • Aktuelle Mitteilungen fĂŒr alle, die beruflich mit Wildtieren und ihren LebensrĂ€umen zu tun haben aber auch fĂŒr alle anderen Naturinteressierte
  • Offizielles Organ der Schweizerischen Gesellschaft fĂŒr Wildtierbiologie SGW
  • CH-Wildinfo erscheint 6 mal im Jahr in deutscher und französischer Sprache und wird an knapp 2000 Abonnenten elektronisch verteilt. Ein Ausgabe umfasst 8 Seiten
  • Aktuelle und frĂŒhere Ausgaben sind als PDF-Dokument erhĂ€ltlich

 

Die aktuelle Ausgabe sowie die Anmeldung fĂŒr das kostenlose Abo finden Sie hier. 

08.12.2020

Citizen Science ist (nicht nur) in Deutschland den Kinderschuhen entwachsen und wir möchten das Forum Citizen Science 2021 als Denk- und Reflexionsraum anbieten, um ĂŒber Wirkungen von Citizen Science als Antrieb von VerĂ€nderung zu diskutieren.

Setzt Citizen Science das Potenzial um, Vertrauen zwischen Wissensschaffenden mit unterschiedlicher Expertise aufzubauen? Welche Wirkung hat Citizen Science in den letzten Jahren in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft? Wie lĂ€sst sich diese Wirkung ĂŒberhaupt erfassen? Welchen Wandel kann Citizen Science herbeifĂŒhren? Wo gibt es neue Felder fĂŒr Citizen Science und wo ist der Forschungsansatz bereits gut etabliert?

Link zum Forum Citizen Science und zum Call for Proposals: www.forum-citizenscience.de

BĂŒrger schaffen Wissen in Kooperation mit der Technischen UniversitĂ€t Berlin lĂ€dt Sie herzlich ein, BeitrĂ€ge einzureichen und so das Forum durch Ihre Expertise und Erfahrungen zu bereichern. VerlĂ€ngerte Einreichungsfrist ist Freitag, der 15. Januar 2021.

17.11.2020

Copyright: Jon A JuĂĄrez

FĂŒchse gelten als besonders anpassungsfĂ€hig und leben sehr erfolgreich in zahlreichen GroßstĂ€dten. Einen wichtigen Aspekt dieser Anpassungen hat nun ein Team von Wissenschaftler*innen des Leibniz-Instituts fĂŒr Zoo- und Wildtierforschung Berlin (Leibniz-IZW) in Kooperation mit dem Landeslabor Berlin-Brandenburg entschlĂŒsselt. Sie stellten mittels Stabil-Isotopenanalyse fest, dass individuelle RotfĂŒchse (Vulpes vulpes) ein wesentlich kleineres (und voneinander verschiedenes) Nahrungsspektrum aufweisen als dies von dem als Allesfresser bekannten Rotfuchs zu erwarten gewesen wĂ€re. Die Population der LandfĂŒchse insgesamt frisst ein sehr breites Spektrum von Nahrungsmitteln, aber die ErnĂ€hrung jedes einzelnen Landfuchses ist recht eintönig. Im Vergleich dazu pflegten StadtfĂŒchse gewissermaßen eine doppelte Eintönigkeit am Essenstisch: Sowohl jedes Individuum als auch die Population als Ganzes frisst sehr hĂ€ufig weggeworfene Lebensmittel. Das Nahrungsspektrum von Stadt- und LandfĂŒchsen ĂŒberlappte sich kaum.

Link zur Pressemitteilung des Leibniz-IZW:

Link zur wissenschaftlichen Publikation:

Scholz C, Firozpoor F, Kramer-Schadt S, Gras P, Schulze C, Kimmig SE, Voigt CC, Ortmann S (2020): Individual dietary spezialization in a generalist predator: A stable isotope analysis of urban and rural red foxes. Ecology and Evolution. DOI: 10.1002/ece3.6584

 

Weitere Publikationen zu (Stadt-)FĂŒchsen:

Contesse P, Hegglin D, Gloor S, Bontadina F, Deplazes P. 2004.  The diet of urban foxes (Vulpes vulpes) and the availability of anthropogenic food in the city of Zurich, Switzerland. Mammalian Biology 2, 69, 81-95.

Walter T, Zink R, Laaha G, Zaller JG, Florian Heigl. 2018. Fox sightings in a city are related to certain land use classes and sociodemographics: results from a citizen science project. BMC Ecology 18, 50 https://doi.org/10.1186/s12898-018-0207-7.

01.11.2020

Der Zustand der BiodiversitĂ€t in der Schweiz ist kritisch: Viele wertvolle, naturnahe LebensrĂ€ume sind zu kleinen RestflĂ€chen geschrumpft oder gĂ€nzlich verschwunden, wodurch zahlreiche Arten einen Grossteil ihres Lebensraums verloren haben. Zudem sind viele der verbliebenen LebensrĂ€ume stark belastet oder beeintrĂ€chtigt, z.B. durch StickstoffeintrĂ€ge und Pestizide, durch gebietsfremde Arten, durch Störungen oder Licht. Das (Über-)Leben vieler Arten wird dadurch gefĂ€hrdet. 

Um den Verlust an BiodiversitĂ€t zu stoppen, unterstĂŒtzen Bund und Kantone verschiedene biodiversitĂ€tsfördernde Massnahmen. VielfĂ€ltige Subventionen hingegen schĂ€digen direkt oder indirekt BiodiversitĂ€t. Die Schweiz hat sich national und international verpflichtet, biodiversitĂ€tsschĂ€digende Subventionen abzuschaffen, abzubauen oder umzugestalten.

In einer Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt fĂŒr Wald, Schnee und Landschaft WSL wurden gut 160 Subventionen identifiziert, die unterschiedlich stark biodiversitĂ€tsschĂ€digend wirken. GewĂ€hrt werden sie in den Bereichen Verkehr, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Energieproduktion und –konsum, Siedlungsentwicklung, Tourismus, Abwasserentsorgung und Hochwasserschutz. 

Link zum Download der Studie der WSL

© Markus9a / stadtwildtiere.ch
13.10.2020

Dank der unglaublichen UnterstĂŒtzung von 71 Spendern konnten wir mit unserem Crowdfunding sagenhafte 9‘493 Franken sammeln und somit den Fortbestand unseres Blogs „Natur zu Hause“ sichern! Ein grosses Dankeschön geht auch an die Gebert RĂŒf Stiftung, welche uns im Rahmen des Science Boosters unterstĂŒtzt hat. 

Wir freuen uns sehr, den Blog weiterfĂŒhren zu dĂŒrfen und sind schon fleissig dabei, Ideen und spannende Themen fĂŒr neue BlogbeitrĂ€ge zusammenzutragen. 
Dank der grosszĂŒgigen UnterstĂŒtzung können wir weiterhin ĂŒber aktuelle Themen im Siedlungsgebiet schreiben und viele Menschen in die wunderbar vielfĂ€ltige Natur vor der HaustĂŒre entfĂŒhren. 

Wir freuen uns darauf! Herzlichen Dank! 

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