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10.10.2019


Jungwöfe am Piz Beverin ( © Pius Furger)

Am 4. Oktober 2019 verfügte der Kanton über die Regulierung des Wolfsrudels rund um den Beverin. Am Wochenende vom 6./7. hat die Wildhut zwei Jungwölfe erlegt, wie das Amt für Jagd und Fischerei, Kanton Graubünden am 10.10.2019 in einer Medienmitteilung bekanntgab.

Die Tiere werden nun im Tierspital der Universität Bern untersucht und an der Universität Lausanne genetisch identifiziert. Solange der Vollzug der Bestandesregulation andauert, werden keine weiteren Details zu Ort und Zeit der Aktionen bekannt gegeben. Das Amt für Jagd und Fischerei (AJF) wird periodisch über das Fortschreiten der Umsetzung informieren.

Das AJF wurde beauftragt, insgesamt vier Jungwölfe im Streifgebiet des Beverinrudels zu entnehmen. Dieses Streifgebiet wird begrenzt durch Hinterrhein, Vorderrhein, Glenner, Valserrhein und die Linie Vals – Bärenhorn – Nufenen. Im Rudel waren 2019 7 Jungwölfe beobachtet worden. 

Im Frühsommer 2019 gelang Pius Furger in der Region Heinzenberg-Safiental-Piz Beverin spektakuläre Aufnahmen der spielenden Jungwölfe (aus gebührender Distanz mit einem Teleobjektiv). Im Verlauf des Sommers zog das Rudel um, wie dies bei Wolfsrudeln einige Wochen nach der Geburt der Jungwölfe üblich ist.

Filmaufnahmen von Pius Furger, online in einem Artikel der Zeitung Südostschweiz 

08.10.2019

Die Reform des Jagdgesetzes, welche das Parlament in der Herbstsession 2019 gutgeheissen hat, wird voraussichtlich 2020 an die Urne kommen. Das neue Gesetz will den Schutz wildlebender Tiere in der Schweiz lockern. So soll der Bundesrat künftig bisher geschützte Arten wie Biber, Luchs, Wolf, Fischotter, Graureiher, Gänsesäger, Steinadler & Co. als regulierbar einstufen können. Anstatt Schutzmassnahmen zu ergreifen, sollen «problematische» Wildtiere präventiv dezimiert werden dürfen, um allfällige Schäden zu verhindern.

Kanton können neu über die Dezimierung entscheiden

Von den Natur- und Tierschutzorganisationen als besonders problematisch beurteilt, sollen künftig die Kantone in Eigenregie über das Dezimieren von sogenannten "Problemtieren" oder "Problempopulation" entscheiden dürfen, trotz deren Schutzstatus. Die Gegner des neuen Jagdgesetzes weisen darauf hin, dass bereits heute der Bund die Dezimierung von Problembeständen erlauben kann, wie aktuell der Abschuss von 4 Jungwölfen im Kanton Graubünden zeigt. In diesem Punkt das Gesetz zu lockern, ist deshalb nicht notwendig.

Referendum: bis am 16. Januar 2020 50'000 Unterschriften

Natur- und Tierschutzorganisationen haben deshalb das Referendum gegen das neue Gesetz ergriffen und müssen nun bis am 16. Januar 2020 50'000 Unterschriften sammeln. 

Unterstützt werden sie dabei von folgenden Organisationen und Institutionen: Pro Natura, Birdlife Schweiz, WWF Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz, Mountain Wilderness, Schweizer Tierschutz STS, Stiftung Tier im Recht TIR, NetAP Network for Animal Protection, Tierpartei Schweiz, Verein CHWolf, Fondation Franz Weber, Helvetia Nostra und Zürcher Tierschutz (Stand September 2019). Auch Die SP und die Grünen unterstützen das Referendum. Gesammelt wird auch in Zoos und Tierparks, etwa im Zoo Zürich und Tierpark Goldau.

02.10.2019

Im Jahr 2018 wurde in Zürich das Citizen Science Projekt “Wo Samen fallen” von der ETH Zürich und dem Plant Science Center in Zusammenarbeit mit dem Verein StadtNatur durchgeführt. Freiwilligen aus der ganzen Stadt wurden Saatgut-Pflanzkisten zur Verfügung gestellt, welche im Garten oder auf dem Balkon aufgestellt wurden. Gefüllt wurden die Kisten mit neuer Blumenerde und danach hiess es abwarten und schauen welche Samen ankommen und wachsen.

Nicht alle Kisten wurden von Pflanzen kolonisiert. Insgesamt konnten jedoch 37 Arten von 15 Familien identifiziert werden. In Gärten wurden durchschnittlich mehr verschiedene Arten in den Pflanzkisten nachgewiesen als in Kisten, welche auf Balkonen platziert wurden. Mehr als 90% der entdeckten Arten breiten ihre Samen entweder durch den Wind oder durch eigene Kraft (z.B. Aufspringen von Samenhülsen) aus.

Im Jahr 2019 wurde das Projekt in der Stadt Aarau durchgeführt.

20.09.2019

Foto: Nicolas Armer, Keystone

Neue Studien weisen nach, dass die weltweit häufig eingesetzten Insektizide der Gruppe der Neonicotinoide mit verantwortlich sind am dramatischen Rückgang der Vogelpopulationen in Landwirtschaftsgebieten.

Der TagesAnzeiger gibt einen Überblick über die kürzlich publizierten wissenschaftliche Arbeiten, eine davon über Untersuchungen an Sperlingen der Universität Neuchâtel.

30.08.2019

© Franziska Lörcher / stadtwildtiere.ch

Wiesel geraten in der Schweiz zunehmend unter Druck. Ihr Lebensraum wird kleiner und Beobachtungen der flinken Tiere werden immer seltener. Als Raubtiere liefern Wiesel jedoch wichtige Hinweise für den Zustand des ganzen Ökosystems und sind deshalb wichtig für eine nachhaltige Zukunft.

Im Citizen Science Projekt „Wiesel gesucht - Wer zeigt sich in der Fotobox?“ benutzen wir Kamerafallen, um das Vorkommen von Wieseln und ihren Beutetieren im Schweizer Mittelland zu untersuchen.

Bei der Auswertung der Videos brauchen wir Ihre Unterstützung! Helfen Sie mit, die Videos anzuschauen und die Tiere, welche die Fotofallenbox betreten zu identifizieren. Teilnehmen können Sie auf der Projekt-Webseite, wo Sie auch mehr über die Wiesel in der Schweiz erfahren.

Dies ist ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft SWILD in Zusammenarbeit mit dem Citizen Science Center Zürich, eine gemeinsame Initiative der Universität Zürich und der ETH Zürich.

24.08.2019

Am 22. und 23. August fand in Wien das internationale Treffen der StadtWildTiere und Wilde Nachbarn-Projekte statt. Die Projektverantwortlichen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten die aktuellen Projekte in den Ländern, die Weiterentwicklung der Plattformen und Themen wie Citizen Science, Open Science und offene Biodiversitätsdatenbanken. Zu Gast waren wir am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung und in der Außenstelle der Österreichischen Vogelwarte der Vetmeduni Vienna in Seebarn am Wagram.

Schliesslich blieb auch Zeit, in Wien die Feldhamster und in den Weinbergen des Wagram nordöstlich von Wien Ziesel zu beobachten.

Wir kehren nach dem anregenden Treffen hoch motiviert und mit vielen neuen Ideen nach Hause zurück.

07.08.2019

Aktuelle Eichhörnchenbeobachtung, © Judith Niggli / wildenachbarn.ch

Am Dienstag, 6. August, ging mit einer Meldung eines Fuchses aus der Stadt Luzern die 40’000ste Beobachtung auf den Meldeplattformen StadtWildTiere und Wilde Nachbarn ein.

Das Projekt StadtWildTiere wurde 2013 in Zürich lanciert. Im Mai 2016 startete das Projekt Wilde Nachbarn. Mittlerweile gibt es lokale Projekte in 8 Städten und 5 Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nebst einer deutschsprachigen Version, wird das Projekt Wilde Nachbarn Schweiz auch auf Französisch angeboten (Nos voisins sauvages).

Vielen Dank an alle fleißigen Melder/innen aus allen Projekten. Wir freuen uns bereits auf die nächsten 40’000 Meldungen!

16.07.2019

Die Asiatische Tigermücke in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Die Asiatische Tigermücke wurde 1979 in Europa das erste Mal in Albanien nachgewiesen, vermutlich über Importe aus China. Seiter hat sich die Mücke in 14 Europäischen Ländern ausgebreitet. In der Schweiz wurden im Tessin 2003 Tigermücken festgestellt. In Deutschland wurden im September 2007 auf einer Autobahnraststätte der A5 bei Bad Bellingen (Baden-Württemberg) erstmals Eier der Mücke entdeckt (Pluskota et al 2008, European Mosquito Bulletin). 2017 wurden im Unterinntal im österreichischen Tirol Eier in größerer Menge gefunden, wie meinbezirk.at meldete.

Die Tigermücke in Zürich

Nun ist sie auch in Zürich angekommen, wie das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich in einer Medienmitteilung vom 16. Juli 2019 bekannt gibt. Bereits im September 2016 konnte der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich zusammen mit der zuständigen Fachstelle des Kantons Zürich auf dem Gelände der Bus Station (Carparkplatz) Tigermückeneier finden. Im Sommer dieses Jahres wurde die Tigermücke nun auch in Wollishofen nachgewiesen. Der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich geht davon aus, dass die Tigermücke an beiden Orten aufgrund von Reisetätigkeiten eingeschleppt wurde. In Wollishofen haben sie die Wintermonate überlebt. Bei der Bus Station handelt es sich hingegen um wiederholte Neueinschleppungen mit den Reisefernbussen.

Die Mücke profitiert vom Klimawandel

Eine Gruppe von Forschern der University of Liverpool unter Leitung von Cyril Caminade hat gemäß einer Veröffentlichung im April 2012 in der Zeitschrift Interface der Royal Society berechnet, dass die Tigermücke aufgrund des Klimawandels zwischen 2030 und 2050 in weiten Teilen Europas die für sie nötigen Lebensbedingungen vorfinden wird.

Sind Asiatische Tigermücken gefährlich?

Wie der Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich berichtet, besteht für die Bevölkerung gegenwärtig kein Anlass, sich Sorgen zu machen. Die Tigermücke kann zwar Krankheiten von einer infizierten auf eine noch nicht-infizierte Person übertragen. Die Gefahr ist jedoch sehr klein. In der Schweiz (und auch in Deutschland) gab es bisher noch nie einen solchen Fall. Alle registrierten Krankheitsfälle waren im Ausland erkrankte Reiserückkehrer. In der Schweiz sind auch noch keine mit Viren infizierten Tigermücken aufgetreten. Die Tigermücken sind jedoch lästig, da sie auch tagsüber stechen, was einheimische Mücken nicht tun.

Wie erkenne ich eine Asiatische Tigermücke?

Die Tigermücke hat auf ihren schwarzen Hinterbeinen fünf weisse Ringe und auf ihrem Rücken, hinter dem Stechrüssel, eine weisse Linie. Das Insekt ist nicht grösser als ein 5-Rappenstück. Die im Mittelland bereits weit verbreitete Asiatische Buschmücke sieht der Tigermücke äusserst ähnlich, ist aber bedeutend grösser.

Die Tigermücke ist auch tagsüber aktiv, während unsere einheimischen Mücken vor allem in der Dämmerung und nachts stechen. 

Weitere Informationen zur Asiatischen Tigermücke bei Grün Stadt Zürich

10.07.2019


Strassenbäume und grosszügige Baumscheibe (Bild Max Ruckstuhl / Grün Stadt Zürich)

Wenn es draußen heiß ist, fliehen die Menschen aus den Städten, weil es auf dem Land oder an Gewässern kühler ist als in den zubetonierten Häuserschluchten. Deshalb investieren immer mehr Städte in die sogenannte Hitzevorsorge. Beitrag und Gespräch mit dem Landschaftsarchitekten Carlo Becker auf Schweizer Radio SRF 1.

21.06.2019

Hier geht's zum Interview: